Selbstverständnis der TelefonSeelsorge

TelefonSeelsorge ist… *

… die Möglichkeit, ein Beratungs- oder Seelsorgegespräch dann zu führen, wenn man es braucht – unabhängig von Tageszeit oder Terminen, von Konfessionszugehörigkeit oder Krankenschein, von Wartezimmern oder Wartelisten.

… die Möglichkeit, sich auszusprechen – manchmal führt allein das schon zur Klärung. Denn Menschen, die ihre Probleme in Worte fassen, setzen sich damit auseinander.

… die Möglichkeit, mit einem unbefangenen, qualifizierten und verschwiegenen Menschen zu sprechen, der nicht in die Problematik verwickelt ist. Indem jemand zuhört, antwortet, nachfragt, erleben sich viele Menschen wieder als lebendig, entdecken ihre Kräfte und Kompetenzen und schöpfen daraus neuen Lebensmut.

… die Möglichkeit, eine/n Gesprächspartner/in zu finden, wenn es um die religiöse Dimension des Lebens geht. Unglück und Leid, manchmal auch Glück, rufen Sinnfragen wach: Fragen nach dem Woher und Wohin, Fragen nach Gott. Diese Gedanken bewegen viele Menschen im Stillen, mit der TelefonSeelsorge können sie besprochen werden.

… die Möglichkeit, weitere, spezielle Hilfsangebote zu finden, wo es nötig und gewünscht ist.

Was ist TelefonSeelsorge nicht?

Die TelefonSeelsorge ist keine Talkline, die zum Plaudern da ist.
Die TelefonSeelsorge ruft von sich aus niemanden an – weder die Anrufenden selbst noch Dritte.
Die TelefonSeelsorge leistet weder Besuchsdienste noch praktisch- soziale oder finanzielle Hilfe.

*) Textabschnitt mit freundlicher Genehmigung der TS Rhein-Neckar

Sorgen kann man teilen - TelefonSeelsorge

Grundsätze und Prinzipien der Telefonseelsorge

Die TelefonSeelsorge steht 24 Stunden täglich zur Hilfe durch das Gespräch bereit. Sie hat sich den Slogan “Aus Worten können Wege werden“ gewählt – immer wieder kann ein gutes Wort wie eine Brücke vom Dunklen ins Helle leiten.

Alle 105 TelefonSeelsorgestellen Deutschlands gehören den evangelischen und/oder katholischen Dachverbänden für TelefonSeelsorge und Offene Tür und darüber hinaus dem Internationalen Verband für TelefonSeelsorge (IFOTES), an.

IFOTES formuliert in seiner Ethik-Charta die international gültigen Grundsätze der TelefonSeelsorge. Sie dienen der Verwirklichung der Idee von TelefonSeelsorge sowie der Gewährleistung entsprechender Standards.

Ausführliche Information erhalten Sie über die Homepage der TelefonSeelsorge Deutschland, http://www.telefonseelsorge.de,
sowie über die Homepage von IFOTES, http://www.ifotes.org.

Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Prinzipien, die für alle TelefonSeelsorge-Stellen Gültigkeit haben, stichwortartig zusammen:

Anonymität

Niemand, der anruft, wird nach seinem Namen gefragt. Jeder und Jede kann anonym bleiben. Die Rufnummern der Anrufenden erscheinen in keinem Display. Da das Telefonat gebührenfrei ist, erscheint es auf keinem Einzelverbindungsnachweis der Telefonrechnung. Auch die TelefonSeelsorger/innen bleiben anonym.

Verschwiegenheit

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TelefonSeelsorge unterliegen der Schweigepflicht.

Kompetenz

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TelefonSeelsorge sind sorgfältig ausgewählt, ausgebildet, werden weitergebildet und durch regelmäßige Supervision begleitet.

Weltanschauliche Offenheit

Die TelefonSeelsorge ist grundsätzlich offen für alle Anrufer/innen mit ihren spezifischen Anfragen und Problemen. Auf die Anrufenden wird weder konfessioneller noch politischer oder ideologischer Einfluss ausgeübt. Zugleich sind die Mitarbeiter/innen offen für religiöse Themen und Anliegen.

Gebührenfreiheit

Für die Anrufenden entstehen keine Kosten. Anrufe bei der TelefonSeelsorge erscheinen nicht auf der Telefonrechnung.

Qualitätssicherung der Arbeit der TelefonSeelsorge

Sowohl die technischen Bedingungen als auch das Anrufverhalten von Menschen und ihre Probleme verändern sich im Laufe der Zeit. Um die Qualität der Arbeit zu gewährleisten, ist eine ständige Auseinandersetzung mit den Fragen der Zeit notwendig. Dies findet auf Verbandsebene unter anderem durch nationale oder internationale Kongresse, Weiterbildungen und Fachtagungen der Mitarbeiter/innen statt. In den Stellen vor Ort bzw. bei regionalen und überregionalen Treffen werden hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen regelmäßig weitergebildet und supervidiert.