Fragen und Antworten zur Ausbildung als Telefonseelsorger(in)

Im Rahmen der Gespräche mit Interessenten an der Ausbildung zum TelefonSeelsorger begegnen  uns manch wiederkehrende Fragen zur Arbeit als TelefonSeelsorger(in). Wir möchten versuchen, diese hier zu beantworten. Selbstverständlich ist uns ein persönliches Gespräch mit Ihnen jederzeit willkommen! Zur Erreichbarkeit klicken Sie bitte auf Ihre Nachricht an uns.

Was habe ich davon, in der TelefonSeelsorge Gießen-Wetzlar mitzuarbeiten?

Sie werden feststellen, dass Sie sich durch die Ausbildung in der TS persönlich weiterentwickeln. Ihre Erkenntnisse nehmen Sie auch mit in Ihr Privatleben und werden dort einiges neu sehen. Sie lernen sich noch besser kennen und spüren dadurch neue Freiheiten, die Ihnen neue Handlungsoptionen eröffnet.

Zudem gehören Sie einer zuverlässigen Dienstgemeinschaft an, die dieselben Werte teilt. Sind Sie in den Diensten zwar allein tätig, und doch  bieten der Neujahrsempfang, das Mitarbeiter-Frühstück, der sommerliche Dämmerschoppen und der Advents-Gottesdienst mit anschließendem Kaffeetrinken Möglichkeit, sich zu begegnen.

Sie werden von der TS in Ihrem ehrenamtlichen Engagement unterstützt und begleitet durch

  • regelmäßige und kostenlose Supervision
  • regelmäßige und kostenlose Fortbildungen
  • das persönliche Gespräch mit der Leitung.

Sie erleben Ihr Tun als sinnvoll, wenn Sie Menschen am Telefon Ihre Aufmerksamkeit schenken, die nicht weiter wissen oder psychisch erkrankt sind. Wenn Sie Menschen Ihr Ohr leihen, für die der Anruf bei der TelefonSeelsorge Hilfe im Alltag oder gar letzte Hoffnung bedeutet.

Kosten – Muß ich für die Ausbildung etwas zahlen?

Nein, die Ausbildung kostet Sie nichts. Unser Ansatz: Wir investieren in Ihre Ausbildung und Sie verpflichten sich im Gegenzug, zwei Jahre lang als Ehrenamtliche bei uns mitzuarbeiten. Natürlich dürfen Sie auch gern länger bleiben :-). Unsere Ehrenamtlichen in Gießen-Wetzlar bleiben erheblich länger – das sagt auch etwas über unsere Gemeinschaft aus.

Muss ich mich fortbilden?

Ja, die regelmäßig Teilnahme an Fortbildungen ist für unsere Arbeit eine wichtige Voraussetzung. Die Fortbildungen mit namhaften Referenten zu unterschiedlichen Themen finden mehrfach im Jahr an einem Abend eines Werktages statt. Da ist für jeden / jede ein attraktives Thema dabei. Auch die „Jahrestagungen“ am Wochenende mit Übernachtung zählen als Fortbildung. Die Auswahl ist also recht groß – und es besteht keine Verpflichtung, sämtliche Fortbildungen zu besuchen. Hier ist ein Beispiel einer Fortbildung: „Erscheinungsbilder psychischer Störungen“.

Und später… habe ich da Kosten?

Auch später kommen keine Kosten auf Sie zu. Neben der Ausbildung sind auch die Fortbildungen für Sie kostenfrei, denn die Referenten werden von der TelefonSeelsorge bezahlt. Möchten Sie an einer der Jahrestagungen (mit einer Übernachtung) zur Vertiefung von  Themen teilnehmen, zahlen wir auch Unterkunft und Verpflegung. Voraussetzung für diese Vergünstigungen ist natürlich, dass Sie Ihren Dienst bei uns verlässlich tun.

Bekomme ich Geld für meinen Dienst?

Nein, Sie erhalten kein Geld. Die Vergütung erfolgt in anderer Währung. Selbstverständlich bekommen Sie die Fahrtkosten erstattet, wenn Sie das möchten.

Muß ich eine Mindestanzahl Dienste leisten?

Ja. Die Arbeit in der Dienstgemeinschaft am Telefon erfordert neben guter Ausbildung eine professionelle Haltung und stetiges Üben. Das ist nur gewährleistet, wenn regelmäßig Dienste geleistet werden. Hinzu kommt, dass die TS Ihnen jeden Monat kostenlos professionelle Unterstützung in Form von Supervision und Fortbildungen bietet. Im Gegenzug leisten Sie eine Mindestzahl von Diensten pro Monat.

Und so lautet die Vereinbarung: Nach der Ausbildung verpflichten Sie sich, mindestens 2 Jahre mitzuarbeiten (siehe oben bei „Kosten“). Wenn Sie länger bleiben (das tun glücklicherweise die meisten), dann gehört es  auch weiterhin dazu,  jeden Monat eine Mindestzahl Dienste zu leisten und auch Nachtschichten zu übernehmen. Nur so ist unsere gemeinsame Arbeit am Telefon kontinuierlich und mit einem hohen Standard sichergestellt. Zur Zeit erwarten wir 25-30 Dienste im Jahr.

Kann ich von zu Hause aus telefonieren?

Nein, das ist ausgeschlossen. Telefonate finden immer in besonders dafür ausgestatteten Diensträumen in Gießen statt.

Brauche ich Technik-Kenntnisse?

Nun, ein wenig schon (Telefonanlage und PC). Alles, was Sie an Kenntnissen benötigen, wird im Rahmen der Ausbildung gut verständlich vermittelt.

Und was mache ich, wenn ich am Telefon ein besonders belastendes Gespräch hatte?

Durch Ihre Ausbildung und bestimmte Routinen werden Sie in der Lage sein, sich einerseits selbst zu entlasten und andererseits für eine gewisse Zeit mehr Belastung aus einem solchen Gespräch zu verkraften, als Sie sich heute vielleicht vorstellen können. Anschließend besteht in der regelmäßigen Supervision die Möglichkeit, diese Erfahrung gut zu verarbeiten.

Sollte ein Diensthabender unmittelbar nach einem Gespräch doch einmal Unterstützung benötigen, ist auch dafür vorgesorgt.

Was sind die Prinzipien am Telefon? Und wie werden die Ehrenamtlichen mit dem Leid fertig?

Zu diesen beiden Fragen gibt dieser Artikel Antwort, im Rahmen des Projektes „Leitung an der Leitung“ entstanden ist.

Bitte lesen Sie dazu auch: Selbstverständnis der TelefonSeelsorge.

 

Fragen allgemeinerer Art zur TelefonSeelsorge finden Sie hier.